Ich bin wieder einmal viel zu spät dran. Meine Verabredung erwartet mich in einer Viertelstunde. Zuhause noch ein bisschen rumgebummelt, Musik gehört, rumgezappt und anschließend im Bad zurechtgemacht, liege ich zeitlich absolut im Soll. Die wichtigsten Dinge greife ich noch schnell vom Tisch und verstaue sie in meinen
Hosentaschen: ec-Karte,
Bargeld,
Kondome, Zippo und – verflucht, wo liegt bloß wieder mein Schlüssel? Irgendwo muss das verdammte Ding doch liegen, schließlich bin ich kein Geist, der durch verschlossene Türen eintreten kann. Also noch mal scharf nachgedacht und rekonstruiert, was ich wie und wo getan habe, als ich meine Wohnung betrat. Leider habe ich keinen blassen Schimmer mehr und wühle in meinen rumliegenden Sachen im Schlafzimmer und anschließend im Wohnzimmer. Nichts. Ein Blick auf die Uhr und ich stelle mit Entsetzen fest, dass meine Verabredung mich seit mittlerweile 5 Minuten erwartet. Ich renne ins Badezimmer und schaue dort hektisch noch mal nach. Fehlanzeige. Bleibt mir noch die Küche – auf den ersten Blick fällt mit nichts metallisches ins Auge. Auch nicht im Kühlschrank oder in der Mikrowelle. Aus den fünf Minuten sind mittlerweile zehn Minuten geworden. Au Backe, das gibt wieder einmal Ärger. Somit greife ich zu meinem Mobiltelefon, um die aufkommenden Wogen vorab ein wenig zu glätten. Ich setze mich also auf mein Sofa, als ich etwas spitzes, hartes unter meinem Hintern spüre. Endlich, da liegt der gottverdammte Schlüssel und ich erinnere mich wieder, dass ich ihn nach dem Eintreten dort hingeschmissen habe.
Das mir diese zeitraubende Prozedur nach hunderten von Malen nie wieder passiert, habe ich nun ein Schlüsselbrett im Flur an die Wand montiert. Old School, ganz wie früher bei Eltern.
bateman - Freitag, 7. Juli 2006, 20:41 - (372)