Mittwoch, 11. Juni 2008

Diva, Diva

... hörst Du mich, hörst Du wer da spricht?

Vor meinem nächsten Kundentermin liegt noch eine gute Stunde. Die Sonne lacht warm und freundlich auf mich hinab und weil ich gerade in der Stadt bin, beschließe ich die Pause bei einem Kaffee vor dem Miner's zu verbringen, die Leute in ihrer Mittagszeit - auf der neuen Café-Flaniermeile 'Am Gehrenberg' mit dem Pastis, Thumel 1504 (in love with good coffee), Gui, Tresor und Stahlberg rund um den 'Alten Markt' - zu beobachten, meinen Kopf entspannt zurücklegen und ein wenig zu relaxen und genießen.

Mit meinem Café au Lait Milchkaffee in der Hand kehre ich zurück nach draußen und erwische noch den letzten freien Tisch neben zwei attraktiven, jungen Frauen, schätzungsweise Ende Zwanzig, modisch aktuell im Businessdress gekleidet, auf den Bügeln ihrer großen Sonnenbrillen ragt unübersehbar das Gucciemblem und ihre Pradahandtaschen liegen auf dem freien Stuhl neben ihnen. Ihre Art und Weise lässt auf etwas Weltstädtisches schließen, wahrscheinlich überaus erfolgreiche Geschäftsfrauen aus Hamburg, mit einem modernen und klimatisierten Neubaubüro und Blick auf die Elbe oder Alster, die ein äußerst wichtigen Termin hinter sich haben und ihren erfolgreichen Geschäftsabschluss bei einem Latte Macchiato ausklingen lassen, kurz bevor sie die Heimreise über die A7 antreten.

Intellektuelle Neugier möchte mich zugerne wissen lassen, was solche dem Anschein nach erfolgreiche Businessfrauen sich zu erzählen haben. Ich lehne mich noch ein wenig weiter zurück und kann ihrem Gespräch zuhören. Aus den kultivierten Weltstädtlerinnen werden einfache ReNo- und Arzt-Gehilfinnen aus dem ostwestfälischen Umland und aus ihrem Style wird einfaches Gehabe. Die Kategorie von Frauen, mit mehr Schein als Sein, denen doch nur der provinzielle Mief anhaftet und zuhauf in der Stadt rumläuft. Kurz danach steigen sie auch in ihren nahgeparkten Golf IV ohne Klimaanlage, mit Kennzeichen "LIP-NB 0815", und fahren davon.

Mädchen, was glaubt ihr bloß, wer ihr seid? Ally McBeal? Carrie oder Samantha aus 'Sex and the City'? Tja, der Junge auf dem weißen Pferd, der kommt nicht mehr.

Dienstag, 10. Juni 2008

Die Hexe

"Weil sie keine Jugend hatten. Die waren so früh auf Fußball fixiert, daß sie kaum ausgegangen sind. Und deshalb wissen sie schon Jahren nicht mehr, was läuft. Als ich am Hochofen gearbeitet habe, bin ich regelmäßig abends unterwegs gewesen. So habe ich mich musikalisch weiterentwickelt."

Joachim Hopp (ehemaliger Fußballprofi ‘MSV Duisburg’) auf die Frage, warum so viele Profikicker auf Pur, Pavarotti oder Phil Collins stehen.

Diesen Eindruck hatte ich auch, als ich all' die Leute vorletzten Sonntag vom Grönemeyer-Konzert aus der Schüco-Arena (in diesem Zusammenhang ist der Begriff erlaubt) kamen sah. Nun möchte ich mich aber selbst nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, gibt es auch 'ne Menge Bands, die ich immer noch gerne höre, obwohl sie musikalisch schon zu den Relikten gehören. Viele davon sah ich bereits auch live: Kiss, AC/DC, Rolling Stones, The Sisters of Mercy, U2. Allesamt Bands, die noch existieren, musikalisch in den letzten Jahren - U2 vielleicht einmal ausgenommen - nichts bahnbrechendes mehr aus ihrem Hut gezaubert haben. Das gleiche gilt für The Cult. Dennoch sind sie einer meiner All-Time-Favorite-Bands (inklusiv The Southern Death Cult und Death Cult), die ich leider bisher live verpasst habe und deren letzter wirklich guter Song mittlerweile schon über 15 Jahre (!) zurückliegt, aber immer noch voll auf die Ohren geht:



The Cult - The Witch | Direct Witch

Star ist vielleicht noch ein Song aus der jüngeren Vergangenheit, der akzeptabel rockt.

BATE|MAG

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Zuletzt am: 22. Aug, 20:23
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