Mittwoch, 3. September 2008

Punk’s not Dad

Morgens, auf meinem Weg ins Büro, sitzt in der S-Bahn immer ein Vater mit seinem Sohn. Dabei hat der Sohn Kopfhörer im Ohr und hört Musik vom Handy, das sein Vater in seiner Hand halt. Dabei fragt er seinen Sohn, ob ihm der Song, den er gerade hört gefällt, gegebenenfalls weiterklickt. Die Art und Weise, wie er mit seinem Jungen spricht, deutet daraufhin, dass er sich mit seinem Sprössling auch beschäftigt, sich um ihn kümmert und liebt.

Sie sitzen auf den Viererplätzen, diese Plätze, auf denen sich jeweils zwei Personen gegenüber sitzen. Dabei weist der Vater seinen Sohn freundlich daraufhin, dass er mit seinen kurzen Beinen und Schuhen nicht die Plätze verdreckt oder an die Hosen der anderen Fahrgäste stößt, wie man es sonst häufig in Bussen und Bahnen sieht. Einige, wenige Fahrgäste schauen ein wenig amüsiert, die Mehrheit, die überhaupt von den beiden Kenntnis nimmt, schaut eher kopfschüttelnd, abgeneigt.

Der Vater ist schätzungsweise Mitte oder Ende Dreißig, sein Sohn wahrscheinlich im Kindergartenalter, vielleicht sogar noch etwas jünger. Er macht den Eindruck eines braven, aufgeweckte Jungen. An der Haltestelle ‚Rathaus’ steigen sie um, der Junge hält das Telefon fest und sein Vater steht an der Tür hinter ihm, die Hände auf seinen Schultern, als wollte er ihn schützen. Auf der Jacke des Vaters steht „I ♥ Drugs“ und „Punk’s not dead“. Sie ist aus Leder und mit Aufnähern von Punk-Bands und Ansteckbuttons versehen. Dazu trägt er abgewetzte Jeans mit Stoffflicken und schwarze Stiefel. Seine Haare sind an den Seiten kahl rasiert und trägt sie als nicht hochfriesierten Iro. Er ist ein Old-Skool-Punk. Auf dem Rücken der Jeansjacke seines Sohnes ragt ein großer Motörheadaufnäher, ebenfalls umgeben von weiteren, kleinen Bandaufnähern.

Wenn ich diesen Beiden morgens in der Bahn sehe, denke ich, dass sich viele von den „normalen“ Eltern eine große Scheibe davon abschneiden können, wie sie ihre Kinder erziehen, sprechen und mit umgehen. Aussehen ist nicht alles.

Dienstag, 2. September 2008

Diebstahl

Diebstahl geistigen Eigentums ist heutzutage keine Seltenheit. Plagiate, Urheberrechtsverletzungen oder "Raubkopien" gehören mittlerweile zum guten Ton. Manchmal geschieht das unwissentlich, häufig vorsätzlich und die Gründe sind vielfältig, sei es aus Bequemlichkeit, Naivität oder krimineller Energie. Oder vielleicht auch einfach aus mangelnder Kreativität, wie folgendes Bild zeigt:

Ihre Wünsche sind ...

Hier wirbt ein Kosmetikstudio mit dem Slogan "Ihre Wünsche sind meine Aufgabe". Folgendes Bild habe ich vom selben Standort geschossen, nur in 180°-Drehung, direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

... unsere Aufgabe

Dort wirbt die Tischlerei auf ihrem Schaufenster: "Ihre Wünsche sind unsere Aufgabe". Wer hat wohl bei wem abgeschaut? Anarchie ist machbar, Herr Nachbar.

Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

BATE|MAG

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Bösartig seit 7938 Tagen
Zuletzt am: 22. Aug, 20:23
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