Rad ab?!

Auf ZDF Reporter läuft momentan ein Bericht über Fahrradpolizisten in der Innenstadt der Unaussprechlichen (MxnsXer), in dem wieder einmal normale Fahrradfahrer kriminalisiert werden, als gesetzlose Radler.

Vor einigen Wochen stand in der NW ebenfalls ein Artikel, der sich mit dieser Lappalie auseinandersetzte. Mit dem selben Fazit, dass Radfahrer ein rücksichtsloses Volk sind, die sich nicht um Vorschriften und die Straßenverkehrsordnung scheren. Dabei wird besonders gerne auf die Unsitte hingewiesen, in der Radler den Fußgängerweg oder Fußgängerzone benutzen. Der Leiter der Bielefelder Stadtwache am Rathaus durfte auch seinen Senf dazugeben. Da platzte mir völlig der Kragen. Wer schützt uns Fahrradfahrer vor den Fußgängern? Niemand, trotzdem bleiben diese unbehelligt. Doch gerade vor der Stadtwache latschen die Fußgänger rücksichtslos auf dem Radweg, aber nicht nur hier. Die Fußgängerampel am Jahnplatz ist ein weiteres Beispiel und für mich ein Ärgernis, da auch hier bei Rotphasen der Fahrradweg von wartenden Menschen per pedes blockiert wird. Aber nein, hier schreitet niemand ein und spricht Verwarnungen aus. Unzählige Glasscherben auf Fahrradwegen sind ein weiteres Indiz für die Rücksichtslosigkeit der gehenden Bevölkerung. Diesen Leute gehört mit diesen Scherben ein Cut ins Gesicht geritzt, damit sie es endgültig lernen.

Aus diesen Gründen schere ich mich mittlerweile auch einen Teufel um die Fußgänger, schere vor ihnen ein, in der Hoffnung, dass sie eine Herzattacke erleiden oder halte mein Knie raus. Deshalb, Radfahrer aller Länder, vereinigt euch:

Reclaim the street, reclaim the pavement. Be a Bike-Punk!

Be a Bike-Punk!
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Adel (Gast) - 1. Aug, 22:08

DABEI!
Aber erst wenn ich hinter meiner eigenen Internetleitung hänge, nicht auf dem Fußboden sitze und keine Maus am Notebook angeschlossen habe...

Lawless rules!

@irsign (Gast) - 1. Aug, 23:45

Ich bin Radfahrer, Autofahrer und Fußgänger.
Wenn ich Fußgänger bin, ärger ich mich über Auto- und Radfahrer. Wenn ich Autofahrer bin, ärger ich mich über Fußgänger und Radfahrer.
Wenn ich Radfahrer bin, ärger ich mich über Autofahrer und Fußgänger.
Die Intensität des Ärgerns ist aber mit Abstand am Größten, wenn ich im Auto sitze und Radfahrer so ziemliche alle Regeln brechen. Radfahrer müssen sich nämlich weder umgucken, noch Handzeichen geben, wenn sie den Radfahrweg verlassen um einen Meter vor einem Auto einzuscheren. Manchmal würde ich so liebend gerne auf die Vollbremsung und das Ausscheren verzichten. Da ist das Gehen auf Radwegen (was ich als Fußgänger gedankenverloren auch gelegentlich unabsichtlich tue) nichts gegen.

bateman - 2. Aug, 10:20

Ich bin auch alles drei, ziehe aber das Fahhrad, wann immer ich kann vor. Mit dem gedankenverlorenen Fußgänger ist das, was ich meine. Als Verkehrsteilnehmer haben sie genauso aufmerksam wie Autofahrer zu sein. Mehr Tickets für Fußgänger!
Budenzauberin - 2. Aug, 10:27

Ich bin ebenfalls alles drei, jedoch vorzugsweise Radfahrerin und wie ich finde, eine gute. Da ich meistens mit Kind hintendrauf oder im Anhänger fahre, kann ich mir (leider) unfallprovozierendes Rächen Fußgängern oder Autos gegenüber nicht erlauben. Ich muß aber ehrlich zugeben, daß mich sowohl als Radfahrer als auch Fußgänger die Autofahrer mehr und öfter aufregen und gefährden als alle anderen, und gleich danach kommen die (anderen) Radfahrer und erst zum Schluß die Fußgänger. Kann aber auch daran liegen, daß hier mehr Zivilisation als bei Ihnen ist. ;-)
jazzer - 2. Aug, 10:47

Naja. Ich bin nun wirklich das, was man einen begeisterten und vielfahrenden Radler nennt. Auch ich ärgere mich oft genug über gedanken- oder rücksichtslose Verkehrsteilnehmer jedweder Art.

Und doch meine ich, dass rüpelhaftes Verhalten äußerst kontraproduktiv ist. Für alle Seiten. Ich plädiere daher eher für einen Aufruf für mehr Rück- und Umsicht. Egal wo man unterwegs ist.

Was mich übrigens bei der Reportage gestern erschreckt hat, ist die absolut nicht erkennbare Einsicht fast aller erwischten Radfahrer, dass sie sich fehlerhaft verhalten haben. Ich fahre sicher nicht immer vorschriftsmäßig, aber wenn ich erwischt werde, fange ich nicht noch an zu diskutieren und lamentieren. Diese "aber die anderen haben doch schließlich auch"- oder "kümmert euch lieber um die wahren Schwerverbrecher"-Haltung kotzt mich ehrlich gesagt an.

bateman - 2. Aug, 10:54

Letzte Woche war ich auf Langeoog, eine Insel, auf der bekanntermaßen keine Autos fahren. Und was machen die dort Donnerstag nachts um 1:30 Uhr: Eine Alkoholkontrolle bei Radfahren. Ha, wo um diese Zeit nichts mehr los ist und man sich nur selbst gefährden kann. Durfte ich mal schön pusten.

Mir gehts in erster Linie um die einseitige Berichterstattung.

Und Polizisten mit ihren Belehrungen. Ich wohne direkt an der Alm und bei Heimspielen halten dort die Busse der Auswärtsfäns. Diejenigen, die nach mehrstündiger Busfahrt dann im Unterholz ihre Blase entleeren, werden mit einem Bußgeld von 20 Euro versehen. Noch nicht so lange her stand ebenfalls ein Bulle Ordnungshüter zum Pinkel im Unterholz. Als ich rief, das sei verboten und koste 20 Euro, durfte ich meine Personalien hinterlassen und mein Handy wollten sie mir auch abnehmen. Also, deren Belehrungen können sich Polizisten ganz tief in ihren ... stecken.
jazzer - 2. Aug, 12:01

Naja, das Argument, man gefährde nur sich selbst finde ich schwach. Wenn du dich im besoffenen Kopp aufs Pflaster packst schädigst du im Zweifel immerhin die Sozialkassen und damit auch die Gemeinschaft. Und Menschen vor ihrer eigenen Dummheit zu bewahren, finde ich grundsätzlich nicht verkehrt.

Einseitige Berichterstattung lasse ich nur in Bezug auf Fußgänger, die selten Gegenstand von Berichten sind gelten. Raserberichte über Autofahrer gibt es schließlich zuhauf.

Und das "der Pilizist hat auch gepinkelt"-Argument ist genau das, was ich meine. Natürlich ist diese polizieliche Willkür nicht in Ordnung. Aber dennich ist ein pinkelnder Polizist kein Freibrief dafür, selber in die Natur zu pissen.
bateman - 2. Aug, 12:08

Wenn wir deinen ersten Gedanken konsequent weiterverfolgen, kommen wir zwangsläufig zum Thema rauchen, fettiges Essen, kein Sport treiben etc.
jazzer - 2. Aug, 12:12

Naja, sagen wir es mal so: Auch bei den meisten dieser Themen hätte ich nix gegen ein wenig mehr konsequenz (siehe Rauchverbot und Verbot verfälschender Werbung für Nahrungsmittel). Dass das eine Gratwanderung ist (in Bezug auf Eigenverantwortung des Einzelnen) gebe ich jedoch gern zu. In Zeiten von PISA ist es darum nur leider nicht allzu gut bestellt in unserer Gesellschaft.
novesia - 2. Aug, 12:21

Ich bin Radfahrer, Motorradfahrer, Autofahrer und - als Alptraum aller Radler - Fußgänger mit Hund. Am schlimmsten sind allerdings die Skater! :-D

@irsign (Gast) - 2. Aug, 14:18

Am Schlimmsten sind Skater mit Hund, nicht mal richtig auf Skates stehen können (ich meine jetzt die Skater, nicht den Hund).
Budenzauberin - 2. Aug, 14:27

Wenn wir schon mal dabei sind: ganz grausam finde ich Radfahrer mit Hund.

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