Die Sehnsucht nach Liebe ist groß und Zweisamkeit ist jedem zweiten Single unter 30 sogar wichtiger als der sichere Job. Das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid für das Lifestylemagazin ulysses_BIG ergeben. (Quelle:
t-online.de)
Sicherlich, eine feste und intakte Beziehung ist eine wunderbare Sache, doch mich irritiert, mit welcher teilweise krankhafter Verzweiflung der Mensch versucht, in eine Beziehung zu kommen. Kontaktbörsen und Partnervermittlungsinstitute boomen, Chatrooms und Speed-Dating gehören der Normalität an. Ich sehe diese gesellschaftliche Entwicklung als ein wenig besorgniserregend an. Einerseits, weil es die Beziehung nicht oder nur selten gibt (die Redensart vom Lebensabschnittspartner kommt nicht von ungefähr), andererseits, weil ich persönlich der Meinung bin, dass die Liebe dorthin fällt, wo sie hinfallen soll. Es ergibt sich einfach so. Vor einiger Zeit hatte ich einen
Eintrag geschrieben, der sich diese Thema widmet. Das sind zumindest meine eigenen Erfahrungen. War eine Beziehung beendet, so ergab sich relativ schnell und einfach eine neue Beziehung. Nie verzweifelte Suche. Immer spontan angesprochen oder angesprochen worden. Und es waren einige Beziehungen.
Der allergrößte Fehler einer Beziehung ist, sich seelisch zu sehr an seine Partnerin zu klammern, zu fixiert zu sein und die Beziehung als Dreh- und Angelpunkt zu sehen. Realistisch gesehen geht jede Beziehung unweigerlich zu Ende. Und dann fällt man in ein großes Loch, indem keiner einen auffängt. Deshalb gehört für mich auch ein gewisses Maß an Untreue zur Beziehung. Mit Sicherheit auch eine Art Selbstschutz. Gilt selbstverständlich nur für mich. Dass man sich woanders das holt, was man in der eigenen Beziehung nicht bekommt, ist Schwachsinn.
Mit meiner jetzigen Dame bin ich im September zwei Jahre zusammen und es ergab sich einfach so. Zudem Zeitpunkt arbeitete ich während meines Studiums als Supervisor bei einem Marktforschungsinstitut. Aufgefallen war sie mir schon am ersten Tag bei der Grundschulung, als sie bei uns neu anfing. Während dieser Zeit hatte ich jedoch eine andere Freundin und, einem Prinzip bleibe ich treu: „Fang niemals etwas mit einer an, die für dich arbeitet!“ (Don’t fuck in the company!). So etwas geht nur schief und erzeugt bei den anderen Mitarbeitern Neid und Missgunst. Nun war sie fast zwei Jahre bei uns und da ich nun wusste, dass ich bald den Job aufgeben würde, fragte ich sie, ob sie nicht nach Feierabend Lust hätte, etwas zu trinken. Dass sie mit ihrem damaligen Freund zusammenwohnte war mir bekannt. Meine damalige Beziehung war einen Monat zuvor beendet. Dauerte aber auch nur ein halbes Jahr. Sie sagte zu, jedoch für den nächsten Abend. So ergab es sich, dass wir uns zwei, drei Mal abends und am Wochenende verabredeten und kurz darauf waren wir zusammen. Sie zog bei ihrem Freund aus, wieder zu den Eltern und suchte sich kurz danach eine eigene Wohnung. Ich hoffe, dass ich mit meiner jetzigen Dame alt werde. Sie ist mit Sicherheit das Beste, was mir bisher passiert ist und habe sie normalerweise nicht verdient. Doch meiner Lebensart ist es gut möglich, dass auch diese Beziehung jäh enden kann. Selbstkritisch genug kann ich sagen, dass ich ein Arschloch bin.
Meine Eltern leben eine gute Beziehung vor: 22 Jahre verlobt !
Bateman
bateman - Sonntag, 22. August 2004, 21:43 - (482)