Samstag, 28. Oktober 2006

Vermisst

Sonntag Nachmittag. Ich sitze mit meinen Freunden in der Wunderbar. Draussen ist herrlichstes Wetter und dennoch ist der Laden sehr gut gefüllt. Während alle um mir herum sich dem Bier widmen, begnüge ich mich mit einem Milchkaffee. Viertel vor Fünf herrscht eine Aufbruchsstimmung und so ziehe ich mit den Junges los die Rolandstraße entlang. An der Melanchthonstraße trennen sich unsere Wege. Während meine Freunde sich nach links zum Haupteingang der SchücoArena ALM bewegen, zu einem der vielen dämlichen Sonntagsspiele, trotte ich die Straße rechts entlang zu meiner alten Wohnung, um die Heimfahrt nach Berlin anzutreten.

Mittlerweile sind fast drei Monate vergangen, und ich fühle mich in Berlin nicht unwohl. Schließlich hat die Stadt annähernd so viel zu bieten wie Bielefeld. Dennoch gibt es einige Dinge, die ich vermisse. Das sind als allererstes natürlich die Spiele der "Blauen Götter" aka Arminia Bielefeld. Im Enzian in Kreuzberg verfolge ich nun allwöchentlich die Spiele der Blauen. Hier handelt es sich um eine Arminia-Kneipe, in der sich die Exil-Bielefelder treffen und mitleiden. Und man ein paar alte Gesichter aus früheren Zeit wiedersieht.

Sport ist die nächste wichtige Sache, die ich vermisse und seit diesen drei Monaten nicht mehr treibe. Für's Unifit bzw. Fitness fehlt einfach die Zeit, dass ich schon überlege, mich bei einem der Fitness-Discounter an der Schönhauser Allee anzumelden, um spät abends oder am Wochenende etwas sportlichen Ausgleich zu finden. Ähnlich verhält es sich mit dem Joggen. Ich bin kein Typ, der befahrene Straßen entlang läuft oder einsam seine Bahnen zieht. Laufen in der freien Natur ist die schönste Möglichkeit, bin aber ein Verfechter, mich dafür erst in den Wagen zu setzen un Kilometer zu fahren, um im Wald laufen zu können. Und an Inline-Skating ist bei diesen katastrophalen Straßen- und Gehwegschäden erst gar nicht zu denken.

Vorletztes Wochenende war in Bielefeld das alljährliche Oktoberfest in der Seidenstickerhalle und da ich beruflich fast in der Gegend war, nutze ich die Chance zur Heimreise. Ein Freund stellte mir für das Wochenende seine Wohnung zur Verfügung. Als ich nachmittgas durch die Innenstandt zog, fühlte ich mich zwar mit der Stadt vertraut, aber nicht so richtig heim, was daran liegt, dass ich keinen festen heimischen Anlaufpunkt habe, seit dem ich meine Wohnung vermietet habe. Irgendwie ein ungutes Gefühl, kann ich Berlin auch nicht als heimisch bezeichen.

Sonntag, 22. Oktober 2006

One-Night-Stand

One-Night-StandOberflächlich, unerfüllt, gefühlsleer. Schlagworte, die wir häufig hören oder lesen, wenn es um das Thema One-Night-Stands geht. Primär von Frauen, aber nicht selten auch von Männern. Schlechtes Gefühl danach, mangelnde Erfüllung oder bittere Enttäuschung sind Phrasen, die einen One-Night-Stand betiteln. Ich frage mich immer, warum kommt es bei so vielen Menschen zu solch' einem faden Nachgeschmack, wenn es um die persönlichen Erfahrungen des ONS geht? Die Antwort hierauf ist recht banal: Viele wissen nicht, was es mit einem ONS auf sich hat und was sich dahinter verbirgt. Man spricht von der Suche nach einem ONS, meint aber doch etwas anderes. Der One-Night-Stand ist nicht anders als die sexuelle Beziehung zweier Menschen während einer einzigen Nacht, losgelöst von Liebe oder emotionaler Sehnsucht also nicht das Ziel, später mit dem Sex-Partner zusammen zu sein oder gar eine Bindung einzugehen. Besteht der Wunsch oder die Sehnsucht, mit diesem Partner mehrmalig sich auf dieser sexuellen Ebene einzulassen, handelt es sich begrifflich nicht mehr um einen ONS, sondern um eine Affäre. Aus dieser Affäre wird schließlich eine Beziehung, wenn man dann doch eine Bindung eingeht. Allein schon aus der Verwechslung dieser Begrifflichkeiten entstehen häufig Missverständnisse über einen gelungenen ONS. Deshalb sollten wir uns im vorhinein im klaren sein, was wir suchen und auf was wir uns einlassen. Und aus diesem Grund gibt es einige klare und einfache Regeln, die, wenn wir diese beachten, den One-Night-Stand zu dem machen, was er ist: Unkomplizierter, überraschender Sex mit einer unbekannten Person. Dabei ist es wichtig, dass sich beide Personen bewusst sind, dass es sich um ein einmaliges Abenteuer handelt. Dazu gehört es, folgende Regeln zu beachten und auch unmissverständlich auszudrücken:

Keine Verpflichtungen und auch keine Versprechungen. Ebenso wenig Treue- oder Liebesbekundungen. Kein Austausch von Adressen oder Telefonnummern. Sobald man sich aus den Augen verliert, ist das Thema endgültig abgehakt. Nur der Sex zählt.

Als sehr hilfreich erweist es sich, wenn der ONS nicht in der eigenen Wohnung, sondern in der des Partners stattfindet. So haben wir es selbst in der Hand, zu bestimmen, wann das Abenteuer beendet wird, in dem wir jederzeit und heimlich die Wohnung verlassen können, oder alternativ gemeinsam frühstücken.

Wenn wir diese einfachen Regeln beachten und konsequent befolgen, ist der One-Night-Stand das, wofür er steht: Die beste Erfindung, wenn es um die schnelle und unkomplizierte Befriedigung der sexuellen Bedürfnisse geht.

BATE|MAG

Status

Bösartig seit 7943 Tagen
Zuletzt am: 22. Aug, 20:23
Dieser Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizensiert

Search

Archiv

 




Online-Journalismus |Bateman's Blog |
ResBLogs™ | ReservoirBlog | ReservoirBlogs | Batey


Google Analytics Alternative Site Meter
copyright © 2004 - 2014 by res bateman
reservoir blogs made with twoday by knallgrau based on antville powered by helma