Dienstag, 19. Dezember 2006

Licht und Schatten

"Was muss 2007 endlich klappen?" wird in der aktuellen Neon unter der Rubrik 'Nur eine Frage' gefragt. So simpel die Frage auch scheint, so schwer fällt sie mir, sie zu beantworten. Aus dem Grund, dass 2006 für mich ein Jahr mit Licht und Schatten war.

Nun gibt es wieder in vielen Blogs die obligatorischen Fragebögen, die das ausklingende Jahr reflektieren lassen sollen. In diesem Jahr verzichte ich auf die Fragebögen und schildere lieber ausführlich.

Der Start in das Jahr 2006 war eine lückenlose Fortsetzung von 2005, ein Jahr, das ich getrost aus meinem Gedächnis streichen möchte (die langjährigen Leser wissen, wo von ich spreche). Also ging das neue Jahr nahtlos trostlos weiter, wie das Alte aufgehört hatte. Schlechter kann es eigentlich gar nicht werden, dachte ich, bis dann im April diesen Jahres der absolute Tiefpunkt erreicht war. Es kam zu einem Gespräch mit meinem damaligen Chef und der Konsequenz, dass ich meine Kündigung hinlegte, die nach dem ganzen Ärger eine befreiende Wirkung auf mich hatte. Auslöser war, dass meine damalige Kollegin auf dieses Blog gestoßen war und einige Beiträge (die von mir wirklich nicht nett waren) der Firma vorlegte. Es folgte meine Freistellung und der Gipfel des Unverständnisses erfasste mich mit der Anzeige wegen 'übler Nachrede' besagter Ex-Kollegin. Im Nachhinein hätte ich vielleicht die Sache aussitzen können und allen Beteiligten das Leben schwer machen sollen. Rechtlich war die Sache absolut unbegründet und eine Kündigung seitens meines Arbeitgebers wäre niemals statthaft gewesen. Aber ich bin einfach ein zu feiner Kerl.

Viel Freizeit bei schlechtem Wetter folgten. Pünktlich zum Beginn der Weltmeisterschaft verschwand der Schatten und das Licht erschien, gefolgt vom viel zitierten "Sommermärchen". Und es war wirklich ein Ereignis, das ich so wunderbar im Vorfeld nicht geahnt habe. Zum 1. August zog ich nach den ganzen Querelen einen endgültigen Schlussstrich und zog von Bielefeld nach Berlin. Eine neue berufliche Herausforderung und eine neue Umgebung als Neubeginn. Auch wenn es aus meinen Beiträgen bisher noch nicht so rausklang, ich fühle mich in Berlin wohl, auch wenn ich noch nicht dort ganz angekommen bin. Unter Veränderung der beruflichen Seite kann ich mir sehr gut vorstellen, auch weiterhin hier zu leben und zu arbeiten. Und genau hier - beruflich - stellt sich wieder die Schattenseite ein. Aber nichts ist für die Ewigkeit und irgendwie wird 2007 auch endlich etwas klappen. Die Frage ist, nur was?

Mittwoch, 13. Dezember 2006

Yuppie, Die

Sie waren schön, trugen nur die edelsten Designer-Klamotten, dinierten in den feinsten Restaurants der Stadt und lebten in ihrer sanierten, modernisierten und als Eigentum erworbene Altbauwohnung in Prenzlauer Berg. Sie hatten alles, was man sich unter einem sorgenfreien Leben vorstellen konnte und eine liebevolle Partnerin, die einen spät abends, nach einem langen und stressigen Arbeitstag, freundlich mit einem Kuss begrüßte. Sie hatten, wie gesagt alles, außer Zeit und Sex, ausgenommen vielleicht mal einen Quickie außerhalb der eigenen Beziehung oder bei der monatlichen Pflichterfüllung daheim. Die Frau war genügsam, schließlich führte sie ein angenehmes Leben und der Garderoben- und Schuhschrank war mit sündhaft teuren Kleidungsstücken, Schuhen und Schmuck gefüllt. Solange der Mann die notwendigen Geldscheine mit nach Hause brachte, stellte sie auch nichtmonetäre Ansprüche zurück.

2001. Die Welt erkannte plötzlich, dass Pixel und Bytes längst nicht so viel wert waren, wie sie bewerten wurden. Die Börse und die gehandelten Wertpapiere crashten. Die Internetseifenblase zerplatzte und die viel- und hochgelobte New Economy lag buchstäblich am Boden wie derzeit der 1. FC Köln oder Axel Schulz bei seinem versuchten Comeback. Das Blatt wendete sich. Nun hatten sie keine langen Arbeitstage mehr, statt dessen viel, sehr viel Zeit. Zeit, sich wieder auf die wesentlichen Dinge des Lebens zu besinnen. Und so kam es, dass die Zeit dafür genutzt wurde, sich mehr der Partnerin zu widmen und endlich für den eigenen Nachwuchs zu sorgen.

Nur so kann ich mir die hohe Kinderrate von jungen Paaren in meiner Gegend halbwegs plausibel erklären.

BATE|MAG

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Zuletzt am: 22. Aug, 20:23
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