Dienstag, 15. April 2008

All my friends ....

Früher, und damit meine ich die Sturm- und Drangphase im Alter von 17 bis 25, gab es keine Party die zu weit entfernt war. Wir waren eine große, berüchtigte Clique mit 25-30 Leuten, die egal wo, aufschlugen. Waren wir eingeladen, traten wir zur Tür herein, um durch's Fenster flüchten zu müssen. Hatten wir keine Einladung, stiegen wir durch die Fenster ein, um später provokativ die Party, natürlich nicht ohne einen entsprechenden Schaden hinterlassen zu haben, durch die Vordertür zu verlassen. Ehrfürchtig wurden wir "Wild Bunch" genannt, der wilde Haufen, der aus Festivitäten erst eine wilde Party machte. Sex, Drugs & Rock'nRoll - Keith Richards und die Stones haben alles drei laut eigener Aussage erfunden, wir haben es umgesetzt. Somit war es auch nicht verwunderlich, dass wir in Griechenland oder Jugoslawien (liebe Kinder, das war früher mal ein Staat) mit fast 20 Leuten zum Urlaub aufschlugen. Wie gesagt, kein Weg war zu weit.

Das ist mittlerweile auch fast 20 Jahre her und der Lauf der Dinge tritt unweigerlich ein. Feste Beziehungen, Ehe und Kinder lassen den einst großen Haufen schrumpfen, Prioritäten werden anders gesetzt, es bilden sich kleinere enge Freundeskreise. Ist mir auch völlig klar und dieser engste Freundeskreis, in dem ich mich bewege, umfasst eine Handvoll. Diese Handvoll ist letztendlich auch ungebunden, was die persönlichen Freiheiten angeht. Muss man aber deshalb als 30something auch am Wochenende den Sargdeckel über sich zuziehen? Muss der Freitag so aussehen, dass man, british-like, nach Feierabend (17 Uhr) sein Feierabend- und Wochenendbier zusichnimmt, um dann um 21 Uhr auf dem Sofa zu hocken? Muss man sich so für den sogenannten Höhepunkt des Wochenendes aufsparen, den Heim- und Auswärtspielen des ortsansässigen Vereins, in dem man sich ab 13 Uhr trifft und um 18 Uhr bereits knülle ist? Nein, muss man nicht. Ich finde es eher armselig. Die Quintessenz ist, dass ich am Wochenende, wenn sich keiner mehr findet, häufiger alleine durch die Clubs ziehe. Dort finde ich dann auch meist einige alte Freunde des "Wild Bunch" wieder.

Mittlerweile weiß ich, dass der Freundeskreis hier still und leise sporadisch mitliest. Der folgende Videoclip soll keineswegs eine Anspielung auf den Beitrag sein.




Direct Dead | Turbonegro - All My Friends Are Dead


... are dead.

Sonntag, 13. April 2008

Ur-Hardbody

"Jami Gertz, denke ich. Ich würde gerne Jami Gertz ficken, denke ich."¹ Die junge Jami Gertz, die Jami Gertz aus "Lost Boys" oder "Less than Zero" (1987), der filmischen Umsetzung von Bret Easton Ellis Romandebüt aus dem Jahr 1985. Ist sie doch der Urtyp des Hardbodies.

Durch die Verfilmung von "Unter Null" bin ich erstmalig mit Bret Easton Ellis konfrontiert worden, zunächst jedoch noch unbewusst. Die Romanvorlage habe ich bis heute noch nicht gelesen. "Einfach unwiderstehlich" war der erste Roman, den ich von ihm gelesen habe und mich schwer begeisterte. Im Gegensatz zur dieser Verfilmung ("The Rules of Attraction"), die schwach umgesetzt und mit James van der Beek als Sean absolut falsch besetzt ist. Mit American Psycho (1991) hat Ellis sein Meisterwerk veröffentlicht, was in Deutschland von 1995-2001 leider indiziert wurde. Der gleichnamige Film ist ebenfalls eine herbe Enttäuschung, ist es aber auch schwer, solch einen Roman bildlich umzusetzen. Durch "Eye said it before" erfuhr ich nun, dass es seit letztem Frühjahr eine Hörbuchversion gibt. Schenke ich mir. 1994 erschien das Buch "Die Informanten" ("The Informers"), das 13 Kurzgeschichten beinhaltet. Dieses Buch wird momentan ebenfalls (mit Mickey Rourke, Billy Bob Thornton, Winona Ryder) verfilmt. Meine Erwartungen sind diesbezüglich auch eher gering, trotz der hochkarätigen Besetzung. Lieber würde ich Jami Gertz ficken, denke ich. Die junge Jami Gertz.

¹ Bret Easton Ellis in American Psycho

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