Erfolg und Liebe
Kurz nach acht betrat ich vorgestern mein Lieblingslokal. Ich schaute mich nach meiner Begleitung um, die an einem Tisch in Thekennähe schon Platz genommen hatte, mit Blick auf den Fernseher direkt darüber. DFB-Pokalfinale Dortmund gegen Bayern. Ich bin zwar ausgemachter Fußballfan, aber Dortmund gegen Bayern? Das ist so wie Prostatakrebs und Darmkrebs, beides im Frühstadium erfolgreich heilbar.
Kaum habe ich mich hingesetzt und mein erstes Schluck Bier genehmigt, reißt der unbekannte Typ neben mir die Arme hoch und schreit laut "TOOR". Die Bayern sind durch Toni in Führung gegangen. Ich schüttel nur ungläubig den Kopf und frage mich, etwas zu laut, wie man bloßFan Zuschauer von solch' einem Verein sein kann. Zu meinem Leid geht der Typ auch noch auf meine Frage ein und faselt das, was man fast immer zu hören bekommt. Er sei schon Bayern-Fan, seit er denken kann. Dann kann er es noch nicht lange sein, denke ich still. Und darin liegt auch das Problem, die meisten Menschen denken zwar, als Form des kognitiven Prozesses, aber ohne die notwendige Kausalität. Er faselt weiter, schließlich ist Bayern die beste Mannschaft Deutschlands, seit Jahrzehnten, und er mag den Erfolg, den Bayern repräsentiert. Aha, daher weht also der Wind, Erfolg als Formel für Sympathien. "Und Deine Frau ist Vorstandsvorsitzende bei Procter & Gamble" frage ich nach. "Nein, sie ist [...]", lautet seine Antwort, "warum?" "Ich dachte nur, weil Du Erfolg sexy findest und deine Frau so grottenhässlich ist, muss sie supererfolgreich sein." Ja, so sind sie, die Bayern-Fans, nicht nur unfähig nachzudenken, sie sind auch inkonsequent im Handeln.
Kaum habe ich mich hingesetzt und mein erstes Schluck Bier genehmigt, reißt der unbekannte Typ neben mir die Arme hoch und schreit laut "TOOR". Die Bayern sind durch Toni in Führung gegangen. Ich schüttel nur ungläubig den Kopf und frage mich, etwas zu laut, wie man bloß
bateman - Montag, 21. April 2008, 19:10 - (791)
