Versicherungsmakler = Verbrecher

VersicherungsmaklerVersicherungsmakler sind unabhängig und bieten einem das beste Produkt an. So ist die (fast) einhellige Meinung der ahnungslosen Bevölkerung, wenn sie ein Angebot erhalten. Doch das ist völliger Quatsch. Versicherungsmakler sind aus meiner Sicht Betrüger mit einem Heiligenschein. Richtig, sie bieten einem das beste oder zweitbeste Produkt an. Aber hier stellt sich die Frage: Für wen das Beste? Diese Frage kann ich mit 99%er Garantie beantworten - das Beste für den Makler, aus der Sicht seiner Provisionsvergütung. Der Dumme ist dann der Kunde, der über's Ohr gehauen wurde und anschließend die Versicherungsbranche als Buhmann dahinstellt. Nun habe ich sie mir auch angeschafft, die Morgen&Morgen-Vergleichsoftware, mit der ca. 95 Prozent der Makler ihre "Vergleichsangebote" erstellen. Und genau diese M&M-Software kann so nach Belieben mit Voreinstellungen und Parametern gesteuert werden, dass nicht das wirklich beste Angebot dem Kunden präsentiert wird, sondern das Angebot, was dem Makler den höchsten Provisionsatz beschert. Nur so und nicht anders arbeiten die sog. unabhängigen Versicherungsmakler. Und nicht selten sind es die Versicherungsgesellschaften, die so hohe Provisionen versprechen, weil sie sonst ihre grottenschlechten Produkte nicht loswerden. Gute Anbieter brauchen erst gar nicht vermakelt zu werden. Meine große Hoffnung liegt in den neuen EU-Vermittlerrichtlinien, die hoffentlich eine Marktbereinigung zur Folge haben.

Aber die Menschen möchten ja beschissen werden.
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The Renitenz (Gast) - 8. Okt, 14:15

"... sondern das Angebot, was dem Makler den höchsten Provisionsatz beschert ..."

Tja, genau das ist in der Tat der Antrieb. Und genau deshalb gibt es durchaus eine Reihe von Versicherungsgesellschaften, die ihre von, besipielsweise, Stiftung Warentest/Finanztest, prämierten Policen gar nicht erst über einen Makler anbieten.

Daher empfehle ich stets ein gesundes Maß an Menschenverstand. Was nutzt mir eine Unfallversicherung, wenn ich im Schadensfall zunächst einmal die Versicherung auf Zahlung verklagen muss?

;-)

bateman - 8. Okt, 16:58

Mein Reden. Man braucht keine 10 Punkte zu prüfen, was gut ist. Aber dieser Artikel in der NW beschreibt es zutreffend.
SPIEGELei - 8. Okt, 23:12

Das mit dem Morgen&Morgen-Programm ist mir auch zu Ohren gekommen. Der Artikel ind er NW ist klasse, ich habe ihn mir sogleich kopiert. Versicherungsmakler sind nicht unabhäniger als Einfirmenvertreter. Sie sind auch in einem Schadenfall nicht in der Lage, bzw. befugt, ihrem Kunden bei der Schadenabwicklung zu helfen oder diesen gar zu regulieren.
Es gibt wirklich gute Versicherungskaufleute, die an einem langen Miteinander mit ihren Kunden interessiert sind, die seriös beraten und helfen. Ganz einfach, weil ihr Vergütungssystem darauf aufgebaut ist. Und nicht auf die schnell verdiente Abschlussprovision.
Ich glaube zu wissen, vovon ich rede, weil ich selbst über 30 Jahre in diesem Geschäft mit gutem Erfolg und langjährig gewachsenem Kundenstamm arbeite. Mit Freude an diesem Beruf.
NBerlin - 9. Okt, 18:25

Verbrecher? Sind auch nur Menschen. Und egoistisch wie es die menschliche Natur verlangt, die Berufsbezeichnung sollte nur geändert werden...am besten in Versicherungsverkäufer der Gesellschaft XY...

bateman - 31. Okt, 20:45

Eher in "Aktenzeichen XY". Nepper, Schlepper, Bauernfänger.
LeMans (Gast) - 1. Nov, 19:33

Wer nichts wird wird Wirt. Und wem selbst das ist nicht gelungen, der macht in Versicherungen.

rschm (Gast) - 19. Feb, 18:29

Und wer von alldem nichts versteht...

...macht nebenberufllich Stimmung. Seriöse Meinungsäußerungen sollten von einem Mindestmaß an Sachverstand geprägt sein.

Zu M&M- Vergleichsprogrammen: Ja, diese Programme sind manipulierbar. Ich verwende sie deshalb schon lange nicht mehr. Allerdings trifft der Vorwurf der Manipulierbarkeit auf nahezu jeden Vergleichsrechner - ob offline oder online - zu, der seine Ergebnisse nach auf- oder absteigenden Preisen sortiert. Und das sind praktisch alle. Der Anbieter bietet an, was der Kunde lesen will. Diesen Vorwurf sollte man fairerweise nicht dem einzelnen Anwender, sondern dem Programmierer machen. Und auch der Nutzer muß sich fragen lassen, wonach er eigentlich sucht: nach billigen Preisen oder nach Inhalten. Sucht er letzteres, kommt er an einer anbieterunabhängigen Beratung nicht vorbei.

Zum Generalvorwurf: Die Gedanken sind frei. Bleibt zu hoffen, daß derartigee Pauschalverurteilungen im Zweifel vor einem Richter Bestand haben werden. Im Übrigen gilt der Allgemeine Grundsatz auch hier: Nicht meckern, besser machen! Also: falls eine versicherungsfachliche Ausbildung vorhanden sein sollte, einfach mit den üblichen Unterlagen bewerben.

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