Das Exil-Leben in einer "fremden" Stadt bekommt man(n) am deutlichsten und härtesten an jedem verdammten Samstag gegen 15.30 Uhr zu spüren. Während dieser Zeit nehmen die Jungs aus der "alten" Heimat gerade ihre Plätze ein. Entweder im zweiten Wohnzimmer namens
SchücoArena Alm oder auf den Gästeblöcken, auf denen gegen 17.15 Uhr lauthals mit voller Innbrust "Auswärtssieg" skandieren.
Seinen
Verein kann man sich nicht aussuchen, man wird dort hineingeboren. Darum würde ich auch nie auf den absurden Gedanken kommen, mir Hertha anzuschauen. Um so wichtiger ist es, als "Exilant" sich samstäglich eine Kneipe zu suchen, in der regelmäßig Fußball im Fernsehen übertragen wird. Direkt in dem Haus in dem ich wohne, gibt es eine solche
Fußballkneipe. Wie unschwer zu erkennen ist, handelt es sich jedoch um eine Kneipe, in der primär Anhänger eines
semiklassigen Vereins einkehren. Pah - Zweitligamannschaft. Gut, dass wir Arminen mit Zweitklassigkeit nichts und nie etwas zu tun hatten und haben werden.
Jenseits der "alten" Heimat ist es somit um so wichtiger, eine Fußballkneipe zu finden, in der man seinesgleichen vorfindet, um gemeinsam Spieltag für Spieltag mitzufiebern. In Kreuzberg in Berlin gibt es den
Zufluchtsort für uns Bielefelder. Bei einem herrlichen
Herforder trifft man dort auf alte und neue Bekannte, ganz gleich, ob sie mittlerweile in Berlin wohnen oder nur zu Besuch in der Hauptstadt sind. Gemeint ist das Enzian in der Yorckstraße - ein Stück heimatliche Gefühle für 90 Minuten.
Zum vergrößern anklicken - Quelle: NW vom 27.01.2007
YouTube-Video: Enzian in WDR-Lokalzeit
bateman - Samstag, 27. Januar 2007, 20:12 -
Berlin (2237)